Aktuelle Ausstellung

Ramona Czygan – Blue

Digital Opening: Dienstag, 09.02.2021
Ausstellungszeitraum: 09.02. - 03.04. 
Caspar-David-Friedrich-Zentrum, Lange Straße 57, 17489 Greifswald

 

 

Als erste Ausstellung des Jahres 2021 präsentiert die Caspar-David-Friedrich-Gesellschaft e.V. die Personalausstellung „Ramona Czygan – Blue“ in den Räumen des Caspar-David-Friedrich-Zentrums in Greifswald.

 

Zu sehen ist eine Auswahl an aktuellen, fotografischen Arbeiten der 1983 in Bernau (bei Berlin) geborenen Künstlerin Ramona Czygan, die in Greifswald lebt und arbeitet.

Nach ihrem Studium der Bildenden Kunst am Caspar-David-Friedrich-Institut der Universität Greifswald trieb Ramona Czygan neben ihrer Beschäftigung in einer Greifswalder Galerie ihre eigene künstlerische Karriere erfolgreich voran.

 

Die Werke der Greifswalder Fotokünstlerin sind bekannt für ihre spezifische blaue Färbung und ihre malerische Anmutung. Um diese Wirkung zu erzielen, arbeitet sie unter anderem mit der Lochkamera, analogen Kameras und handgemalten Filtern.1 Vor allem aber zieht sich die Technik der Cyanotypie – ein historisches Edeldruckverfahren innerhalb der Fotografie – durch das Werk der Künstlerin und sorgt für die durchgehende Blaufärbung der Abzüge. Als Trägermaterial kommen hierbei nicht nur Papier oder Leinwand zum Einsatz. Häufig nutzt Ramona Czygan Stoffe, die bereits eine eigene Geschichte haben. So erleben alte Bettbezüge und Tischdecken aus Damast oder Stofftaschentücher mit Spitzenbordüre eine Renaissance als Bildträger und nicht zuletzt als wirkungsvolles gestalterisches Element ihrer „blauen Wunder“.

 

Bereits vor zehn Jahren, im Jahr 2011, richtete die Caspar-David-Friedrich-Gesellschaft e.V. eine Personalausstellung von Ramona Czygan in den Räumlichkeiten der Caspar-David-Friedrich-Galerie aus. Nach wie vor bestechen ihre Landschaftsaufnahmen durch ruhige Kompositionen, die in Kombination mit der blauen Farbigkeit der Cyanotypie und den in sanfter Unschärfe verlaufenden Linien geradezu melancholisch anmuten. Inszenierte Arbeiten erinnern mitunter an Szenen aus Märchenfilmen.

 

Die künstlerische Entwicklung von Ramona Czygan schritt seither unbeirrt voran und so wollen wir in der Ausstellung „Ramona Czygan - Blue“ auch ganz neue Arbeiten der Fotokünstlerin zeigen. Frisch, mitunter wild-romantisch und mit neuen Motiven, gefunden in der Natur, aber auch in ihrem persönlichen Umfeld, überraschen die aktuellen Arbeiten. Durch direktes Auflegen von Naturmaterialien auf die chemisch behandelten Trägermedien und direkte Outdoor-Belichtung mittels Sonnenstrahlen, entstehen fotogrammartige Werke mit scharfen Kontrasten und einer an Sommerreigen erinnernden Energie. Dabei bleibt die Künstlerin – bei aller Lust am Experiment – sich und der Farbe Blau treu.

 


Foto: Ramona Czygan, "Blauwild", 85 x 150 cm ©Caspar-David-Friedrich-Gesellschaft e.V. 2020

 

Dabei wurde die Cyanotpyie zunächst nicht für ihre künstlerischen Qualitäten bekannt, sondern durch ihre Verwendung im Bereich der Botanik: 1843/44 veröffentlichte die britische Botanikerin Anna Atkins ihr Buch „British Algae: Cyanotype Impressions“ - eine Art Herbarium Britischer Algen, das sie in den folgenden zehn Jahren immer wieder ergänzte, bis insgesamt 389 beschriftete „Blaupausen“, Cyanotypie-Fotogramme, – entstanden und sie damit zu einer der ersten weiblichen Fotografen des 19. Jahrhunderts avencierte.

 

Die Farbe Blau spielt auch sonst in der Kunst- und Kulturgeschichte Europas eine besondere Rolle. Im Mittelalter wurde sie durch Zerreiben des Halbedelsteines Lapislazuli hergestellt und zum Illuminieren von Handschriften in Klöstern verwendet. Dort fand man die blaue Farbe vor allem in Darstellungen des Mantels der Heiligen Gottesmutter, Maria, als Himmelskönigin (Lat.: Regina Caeli bzw. Coeli) im Christlichen Glauben. Auch und gerade für Kenner*innen der historischen Romantik spielt die Farbe Blau eine nicht unbedeutende Rolle: durch die dem Romanfragment „Heinrich von Ofterdingen“ des deutschen Schriftstellers Novalis (1772-1801) entstammende „blaue Blume“ ist sie in dem epochalen Symbol enthalten. Als düster und melancholisch wirkend interpretiert, prägt die Farbe Blau auch die so genannte „Blaue Periode“ Pablo Picassos (1881-1973) zu Anfang des 20. Jahrhunderts. Yves Klein (1928-1962) schließlich schafft in der Mitte des 20. Jahrhunderts so genannte „Monochromien“ - Kunstwerke, die nur von der intensiven Wirkung des vom Künstler patentierten Ultramarinblautons „International Klein Blue“ leben. Die Farbe Blau zieht Künstler*innen folglich immer wieder besonders in ihren Bann. So beschreibt auch Ramona Czygan Blau als eine Farbe, in der sie „tagtäglich immer wieder gerne spazieren geht“. Wir hoffen, dass auch Sie bei Ihrem nächsten Besuch genussvoll abtauchen in die cyanoblaue Bildwelt von Ramona Czygan.

 

Aufgrund der aktuellen, verschärften Situation haben wir uns für eine digitale Einführung im Videoformat entschieden.

 

Selbstverständlich halten wir Sie auf dem Laufenden, wann das Caspar-David-Friedrich-Zentrum seine Türen wieder für Ihren Besuch öffnen darf.
Bis dahin bleiben Sie bitte gesund!

 

Die Ausstellung „Blue“ von Ramona Czygan wird bis zum 3. April 2021 in der Caspar-David-Friedrich-Galerie zu sehen sein.

Die Werk-und Preisliste lassen wir Ihnen gerne auch jetzt schon auf Anfrage per E-Mail zukommen.

 

Herzliche Grüße,

Ihre Caroline Barth

Geschäftsführende Leiterin des Caspar-David-Friedrich-Zentrums

 

1Vgl. Dallmann, Silvia in: Signifikante Signaturen 74. Ramona Czygan, Text:”Gedankenblau”, Dresden 2019.

 

Galerie zum mitmachen!

Seit Novalis seinen Heinrich von Ofterdingen von einer geheimnisvollen blauen Blume träumen ließ, entwickelte sich Blau zur Farbe der Sehnsucht und somit auch zum Symbol der Romantik. Auch Caspar David Friedrich nutzt den Facettenreichtum, den die Sehnsuchtsfarbe der Romantik - Blau - bietet.

 

Wöchentlich wird ein blaues Detail aus einem Werk des Greifswalder Künstlers gepostet. Raten Sie doch mal, um welches Gemälde von Caspar David Friedrich es sich handelt!

 
Quiz 1

 

Auflösung: Erfolgt am 12. März